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Leitfäden

Wie die Fair-Value-Schätzung funktioniert: PEG, DCF und EV/EBITDA erklärt

Convex Team12. Februar 202610 min read

Die Faire-Wert-Schätzung ist wohl der wichtigste Schritt in der Aktienanalyse. Sie beantwortet die fundamentale Frage: Was ist dieses Unternehmen tatsächlich wert? Bei Convex verwenden wir drei unabhängige Bewertungsmethoden und kombinieren sie zu einer einzigen, verlässlichen Faire-Wert-Schätzung.

Warum drei Methoden?

Keine einzelne Bewertungsmethode ist perfekt. Jede hat Stärken und blinde Flecken:

  • PEG-basierte Bewertung funktioniert gut für Wachstumsunternehmen, kann aber bei Zyklikern in die Irre führen
  • FCF-DCF (Discounted Cashflow) ist theoretisch fundiert, aber empfindlich gegenüber Annahmen zu Wachstum und Diskontierungssatz
  • EV/EBITDA eignet sich hervorragend für Unternehmensvergleiche, ignoriert aber Unterschiede in der Kapitalstruktur

Durch die Kombination aller drei reduzieren wir den Einfluss der Schwächen jeder einzelnen Methode und gelangen zu einer robusteren Schätzung.

Methode 1: PEG-basierte Bewertung

Das PEG-Verhältnis setzt das KGV einer Aktie in Beziehung zu ihrer erwarteten Gewinnwachstumsrate. Ein PEG von 1,0 bedeutet, dass Sie einen fairen Preis für das Wachstum zahlen. Convex nutzt das PEG-Verhältnis, um ein Ziel-KGV abzuleiten, und multipliziert dieses mit den erwarteten Gewinnen, um einen fairen Wert zu ermitteln.

Wichtige Eingangsdaten: Forward-EPS, Gewinnwachstumsrate (aus unserer Wachstumskaskade) und klassifizierungsbasierte KGV-Obergrenzen zur Vermeidung unrealistischer Bewertungen.

Methode 2: FCF-DCF

Das Discounted-Cashflow-Modell projiziert zukünftige freie Cashflows und diskontiert sie mit dem WACC (gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten) des Unternehmens auf den Barwert. Convex verwendet ein Blume-adjustiertes Beta für stabilere Diskontierungssätze und wendet bei Wachstumsaktien Exit-Multiplikatoren anstelle des traditionellen Gordon-Growth-Modells an.

Wichtige Eingangsdaten: nachlaufender freier Cashflow, Wachstumsrate, WACC (begrenzt auf 6–20 %) und ein 10-Jahres-Projektionszeitraum.

Methode 3: EV/EBITDA

Das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA ist eine der am häufigsten verwendeten relativen Bewertungskennzahlen. Es ist kapitalstrukturneutral und funktioniert branchenübergreifend gut. Convex vergleicht das aktuelle EV/EBITDA der Aktie mit historischen Werten und Branchendurchschnitten, einschließlich Qualitätsanpassungen.

Der Kombinationsprozess

Die drei Bewertungen stimmen selten exakt überein. Convex verwendet eine gewichtete Kombination basierend auf der Aktienklassifizierung — bei Compoundern wird DCF stärker gewichtet, bei Zyklikern EV/EBITDA und bei Wachstumswerten PEG. Die Kombination umfasst außerdem:

  • Ausreißer-Erkennung — Wenn eine Methode deutlich von den anderen abweicht, wird sie geringer gewichtet
  • Qualitätsauf-/-abschlag — Hochwertige Unternehmen erhalten einen Aufschlag (bis zu 15 %), minderwertige einen Abschlag
  • FV-Konfidenzwert — Misst, wie stark die Methoden übereinstimmen (hohe Übereinstimmung = höhere Konfidenz)

Was die Zahl bedeutet

Die Faire-Wert-Schätzung ist unsere bestmögliche Einschätzung dessen, was die Aktie heute auf Basis der Fundamentaldaten wert ist. Vergleichen Sie sie mit dem aktuellen Marktpreis:

  • Preis deutlich unter dem fairen Wert — Mögliche Unterbewertung (prüfen Sie die Kaufzonen)
  • Preis nahe am fairen Wert — Fair bewertet, Renditen kommen aus dem Unternehmenswachstum
  • Preis deutlich über dem fairen Wert — Mögliche Überbewertung, höheres Risiko

Bedenken Sie: Der faire Wert ist eine Schätzung, keine Garantie. Nutzen Sie ihn als einen Baustein Ihrer umfassenderen Analyse — und genau deshalb bietet Convex zusätzlich Szenario-Modellierung, Asymmetrie-Analyse und Kaufzonen.